Ca. 1,25 Mio Seevögeln gibt es in der Pommerschen Bucht – Hättest Du es gewusst?

Ca. 1,25 Mio Seevögeln gibt es in der Pommerschen Bucht – Hättest Du es gewusst?

Der Frühling ist da und was gibt es Schöneres, als den Frühblühern beim vollen Entfalten ihrer Blüten zuzusehen, die Sonne mit ihrer stetig wachsenden Kraft auf der Haut zu spüren, am Wasser zu stehen und zu träumen und dabei versonnen den Enten und Möwen hinterher zu sehen. Manchmal mit ein bisschen Wehmut, ja, fliegen müsste man können…

Und jetzt, wo der Winter vorbei ist wird einem bewusst, wie zahlreich die Seebewohner hier anzutreffen sind.

So sind die südliche Ostsee und die umliegenden Gewässer ein wichtiges Überwinterungsgebiet für Arten wie die Eisenten, Schellenten, Trauerenten, Seetaucher und verschiedene Gänsearten. Der Bestand des Seeadlers erholt sich derzeit deutlich von seinem historischen Tiefstand in den 1950er Jahren, als die ersten Seeadler wieder begannen, im Land zu brüten.

Das Seegebiet der Pommerschen Bucht inkl. benachbarter Gewässer wie das Achterwasser zählen zu den zehn wichtigsten Winterrastgebieten der Ostsee. In international bedeutenden Anzahlen treten Sterntaucher und Prachttaucher, Haubentaucher, Rothalstaucher  und Ohrentaucher, sowie Mittelsäger und Gryllteiste auf. Im Gesamtgebiet der Pommerschen Bucht und angrenzend werden über 350.000 Samtenten, 90.000 Trauerenten bzw. 800.000 Eisenten angegeben, so dass sich zuzüglich der anderen Arten eine durchschnittliche Anzahl von ca. 1,25 Millionen Seevögeln ergibt (Durinck et al. 1994). Damit besitzt das Gebiet die größte Konzentration von überwinternden Meeresenten in Europa. Auch für Lappentaucher (Hauben-, Rothals- und Ohrentaucher) und den Mittelsäger ist hier das wichtigste bekannte Überwinterungsgebiet an der Ostsee.

Ja und dann, es kennt ihn jeder, haben wir den wunderschönen weißen, stolzen Höckerschwan; er ist im eigentlichen Sinne kein Seevogel. Dennoch soll er aus Gleichberechtigungsgründen nicht fehlen, denn an der Küste und im Achterwassergürtel brüten Höckerschwäne fast kolonieartig.

An Peenestrom und Achterwasser kannst du bei aufmerksamer Beobachtung auch Zwerg-und Gänsesäger beobachten. Während sich die überwiegende Anzahl der Gänsesäger auf der freien Wasserfläche aufhält, nutzt der Zwergsäger bevorzugt das buchtenreiche Achterwasser als Rastgebiet (Scheller et al. 2002). Die Anzahl der rastenden Zwergsäger schwankt jährlich im Bereich von etwa 200 bis 1.000 Individuen. Daneben halten sich in den meisten Jahren 2.000 bis 5.000 Gänsesäger im Gebiet auf.

Wenn du also diesen oder jenen gefiederten Freund beim surfen oder segeln, bummeln oder Kaffee trinken sichtest, dann kannst du sofort deine neu gewonnenen ornithologischen Kenntnisse testen. Und da du dich in unserer Knatter-Familie mit uns freundschaftlich verbunden fühlen kannst, ist dir der Schutz aller Bestände bestimmt genauso wichtig wie uns, oder?! Klasse, das wollten wir hören. Wir freuen uns auf alle Natur-und Sportfreunde, denn die Saison wird gleich eröffnet.

Text: Ute van der Maer
Foto: Claudia Pautz

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